Kaspar Sutter

Grossrat Basel-Stadt

Wir fordern Klarheit über den finanziellen Zustand des Kantonsspitals Baselland

15. Oktober 2018 von Kaspar Sutter | Keine Kommentare

Bild @Staatsarchiv BLAm 10. Februar 2019 stimmen wir in Baselland und Basel-Stadt über die Fusion des Universitätsspitals (USB) mit dem Kantonsspital Baselland (KSBL) ab. Die Stimmbevölkerung muss dann zur Fusion mit einem Spital befinden ohne genau zu wissen, wie schlecht der finanzielle Zustand des Fusionsspitals ist. Zum Zeitpunkt der Abstimmung wird der Jahresabschluss 2018 noch nicht vorliegen. Bereits berichten Medien darüber, dass das KSBL im 2018 wohl einen Verlust im zweistelligen Millionenbereich ausweisen wird. Aus diesem Grund fordere ich mittels einer Interpellation den Regierungsrat und das KSBL auf, einen Zwischenabschluss für die ersten drei Quartale 2018 zu erstellen, so dass die Bevölkerung bei der Stimmabgabe Kenntnis über den finanziellen Zustand des KSBL hat.

Baselbieter Fusion hat das KSBL deutlich geschwächt

Der Kanton Baselland hat in den letzten Jahren bereits seine drei Standorte Bruderholz, Laufen und Liestal zu einem gemeinsamen Spital KSBL fusioniert. Diese Fusion ist deutlich misslungen. Wichtige ChefärztInnen haben das KSBL verlassen, die PatientInnen sind abgewandert (-13% seit 2013), das KSBL hat in den letzten vier Jahren einen kumulierten Verlust von -67 Mio. Franken geschrieben und alle drei Standorte wurden deutlich geschwächt. Es leuchtet nicht ein, dass die Antwort auf eine missglückte Fusion nun eine weitere Fusion sein soll. Zudem wird diese Fusion noch viel komplizierter, da sie unter bikantonalen Strukturen mit zwei sehr unterschiedlichen Eigentümern erfolgt. Bei der innerkantonalen Fusion hat das KSBL bereits viele PatientInnen an die Privatspitäler verloren. Die Gefahr ist gross, dass bei einer zweiten Fusion die öffentlichen Spitäler weitere PatientInnen an die Privatspitäler verlieren werden.

Unispital wird die Defizite des KSBL decken müssen

Wenn das Unispital nun mit einem strukturell defizitären Spital fusioniert, dann wird in Zukunft das Unispital jährlich diese Defizite decken müssen. Zudem besteht im KSBL gemäss Angaben der Regierung BL ein angestauter Sanierungsbedarf von 700 Mio. Franken. Statt in den kommenden Jahren in den eigenen Standort investieren zu können wird das USB nach der Fusion viel Energie und noch viel mehr Millionen in die Sanierung des KSBL stecken müssen. Dies wird die universitäre Medizin in unserer Region ganz bestimmt nicht stärken.

Bericht der bz Basel vom 15. Oktober 2018

KaspR Sutter KSBL Spitalfusion Basel

Interpellation finanzieller Zustand KSBL

Spitalfusion ist eine Privatisierungsvorlage

22. August 2018 von Kaspar Sutter | Keine Kommentare

Spitalfusion Basel USB

Bild Juri Weiss

Gestern traten zwei SP-Bundesparlamentarierinnen vor die Medien um für die Spitalfusion zu weibeln. Die Unispital-AG sei eine Stärkung des Service Public. Gerne lege ich hier dar, weshalb es sich bei dieser Spitalfusion um eine Privatisierungsvorlage handelt:

+ Der Staatsvertrag ist ein reiner Gründungsvertrag für die Errichtung einer privatrechtlichen Aktiengesellschaft. Danach haben die Parlamente und die Stimmbevölkerung nichts mehr zu sagen, alle Entscheidungsmacht liegt dann in den Händen des Verwaltungsrates und der beiden Regierungen, nahezu unumkehrbar.

+ Im Gegensatz zu den anderen ausgelagerten Betrieben benötigt die Spitalgruppe-AG keine gesetzliche Grundlage. Bei der BVB, BKB und IWB kann der Grossrat oder das Stimmvolk mittels Initiative jederzeit das Gesetz ändern und zum Beispiel zusätzliche Aufgaben erteilen oder Manager-Saläre begrenzen. Bei der Spitalgruppe wird es diese Möglichkeit nicht mehr geben, weil es bei der Änderung eines Staatsvertrags 6 Veto-Gremien gibt.

+ 3 Baselbieter (oder 4 Basel-städtische) RegierungsrätInnen reichen, um den Staatsvertrag zu künden. Danach wird das Unispital zu einer «Axpo», eine rein privatrechtliche AG. Danach können die Regierungen auch profitorientierte Firmen wie zum Beispiel die Hirslanden Gruppe am Unispital beteiligen lassen. Auch die GAV-Bestimmung und der öffentliche Zweck fallen weg.

+ «AG mit öffentlichem Zweck» ist ein Feigenblatt ohne grosse materiellen Auswirkungen. Entgegen der Aussage im Artikel kann die Unispital-AG auch Dividenden ausschütten.

Die SP Schweiz hat sich in ihrem Positionspapier sehr deutlich gegen die Umwandlung von öffentlichen Spitälern in Aktiengesellschaften ausgesprochen:

«Umwandlungen von öffentlichen Spitälern in Aktiengesellschaften sowie weitere Privatisierungsvorlagen werden von der SP mit Referenden bekämpft. (In mehreren Fällen waren Abstimmungen in den letzten Jahren erfolgreich, zum Beispiel in den Kantonen Zürich und Tessin. Konkrete Privatisierungspläne gibt es zum Beispiel in den Kantonen Aargau, beiden Basel und Zürich.)»

Die Spitalgruppe hätte man problemlos mit einer öffentlichen Rechtsform ausgestalten können. Die beiden bürgerlichen Gesundheitsdirektoren haben aber bewusst diese Privatisierungsform gewählt. Die SP hingegen setzt sich für eine demokratische Mitbestimmung bei der Gesundheitsversorgung ein.

Telebasel hat sich diesem Thema auch schon angenommen.